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Ist das Normale nicht gut genug?

Die Romantik liebt das Extreme‚ wir brauchen den Mythos und sind bereit‚ über Kollateralschäden‚ wie z.B. das versäumte Handeln im richtigen Augenblick bzw. das Hängenbleiben an einer Selbst-Erzählung um den Preis des Versäumten‚ hinwegzusehen. Der größte Feind der Romantik ist das Normale. „Scheidungen sind oft Scheidungen von Paaren‚ die durch eine Überdosis Romantik so verdorben sind‚ dass sie mit der Intimität der Ehe nichts anfangen können.“
Das Buch „Liebe trotz Partnerschaft“ soll helfen‚ den Weg aus der Erinnerung an das „Nest“ der Verliebtheit‚ in das „Schloss“ der bewussten Liebesbeziehung zu finden‚ ob verheiratet oder nicht. Denn dort ist die Chance auf Beziehungsglück entschieden höher.

(aus „Liebe trotz Partnerschaft“ von Gottfried Kühbauer, erhältlich im gut sortierten Buchhandel und als eBook auf allen Online-Portalen)

Foto: iStockphoto

 

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Let’s talk about… LOVE and other disasters

Kurzweilig ging es letzten Dienstag, den 28. November 2017 im Café Kaiserfeld zu. Gottfried Kühbauer und Dorothée Zehnder lasen aus „Liebe trotz Partnerschaft“. Das Café war bis auf den letzten Sitzplatz besetzt, das Publikum lauschte gespannt und zeigte sich sehr angetan. Besonders die Passage, in der Zehnder und Kühbauer eine Art Sketch aus dem „wahren Leben“ spielten, erheiterte die Gemüter.

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Deshalb sei der Dialog des „verwickelten Paares“ (im Buch finden Sie die Stelle unter dem Titel „Paar-Arena Kinderbetreuung“) hier nochmals wiedergegeben.

Herr W.: „Ich möchte endlich die Diskussionen beenden. Es ist eine Tatsache, dass ich durch einen 40-Stunden-Job für den allergrößten Teil unseres Familieneinkommens sorge. Das ist ja grundsätzlich kein Problem, ich mach das ja gerne. Weiters engagiere ich mich genug, damit auch du deine beruflichen Pläne verwirklichen kannst. Aber wenn die Kinder dann krank werden, erwarte ich mir schon Verständnis, dass nicht ich zu Hause bleiben muss. In einer Projektphase ist das einfach unmöglich und ich bin vor allem, wie du ja weißt, im Projektbereich tätig. Außerdem sieht das die Firma gar nicht gern. Ich muss mich dann immer wieder dafür entschuldigen.“

Frau W.: „Das haben wir ursprünglich nicht ausgemacht. Es war klar, dass ich genug Zeitressourcen für meine neue Selbständigkeit brauche. Wenn ich einen Messebesuch oder eine Ausstellung habe, brauche ich einfach die Zeit, das weißt du ganz genau. Aber wenn etwas passiert, bin immer nur ich zuständig, du haust dann einfach ab.“

Herr W.: „Kein Problem, ich tausche gerne mit dir, ich bleibe bei den Kindern zu Hause und du verdienst das Geld. Hm, mal sehen wie das geht. Wir haben Gesamtausgaben von € 3.500.- im Monatsdurchschnitt. Wenn ich mich um ein krankes Kind kümmern muss oder ein Kind zum Arzt bringe, muss ich diese Zeit am Abend oder am Wochenende einfach einarbeiten.“

Frau W.: „Das ist unfair. Dann kann ich es gleich selbst machen, wenn der Preis der ist, dass du eine ganze Woche am Abend nicht zu Hause bist. Da bin ich dann hundert Prozent am Anschlag mit den Kindern, nur weil du einmal einen Tag Pflegeurlaub genommen hast. Du weißt genau, dass …“

Und hier noch ein paar Impressionen des wirklich gelungenen Abends – Danke, Gottfried & Dorothee für den schönen, geistreichen Abend.

(Fotocredit: the Verleger himself, Dr. Heinz Peter Wallner)

Vorbereitungen am Kaiserfeld

Das altehrwürdige Cafe Kaiserfeld, einer der Hotspots von Graz, wenn es um intellektuelle Events geht, bereitet sich auf die Lesung aus LIEBE TROTZ PARTNERSCHAFT vor. Deutliches Signal: das Plakat der Lesung von Gottfried Kühbauer auf der Marmorwand im Eingangsbereich.

Save the date: Dienstag, 28. November 2017 um 19 uhr!

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch!

Eintritt frei!

All natural, all köstlich! 🙂

Weitere Infos auf www.kuehbauer.at

 

Save the Date: Dienstag, 28.11.im Cafe Kaiserfeld in Graz um 19 uhr – Lesung aus Liebe trotz Partnerschaft.

Bald ist es soweit: am 28. November wird Gottfried KÜHBAUER wieder aus seinem gelungenen Fachbuch für Sehnsüchtige lesen. Er wird dabei in die Tiefe gehen, aber auch durchaus Amüsantes aus der Welt der Paare erzählen. Unterstützt wird er von der charmanten Schauspielerin Dorothee Zehnder (siehe Bild).

Wir freuen uns sehr auf diesen Event!

Am nächsten Tag wird es einen AUFSTELLUNGSTAG IM KONTEXT PAARBEZIEHUNG geben.
Leitung: Christine Blumenstein-Essen
Ort: Steiermarkhof, Krottendorferstraße 81, 8052 Graz
Termin: Mittwoch, 29. November 2017
Zeit: 9.00 bis 18.00 Uhr
Bitte um Ihre Anmeldung unter: www.forum-systemaufstellungen.at
Diese Veranstaltung wird vom ÖBVP als Fortbildung für
PsychotherapeutInnen anerkannt.

 

 

Hat Ihr Schatz einfach eine Wahrnehmungsstörung?

Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

In der Arbeit mit Paaren ist dies sehr leicht bereits am Anfang der Sitzung bei der Problembeschreibung zu beobachten. Es ist so‚ als würden zwei verschiedene Filme zur gleichen Zeit ablaufen. Diese Einschätzungen sind keine Wiedergabe von einer neutralen Wirklichkeit‚ erzeugen aber Gefühle.
Frau K. in einer Paarsitzung zu mir:
Es ist ein Wahnsinn‚ manchmal glaube ich‚ ich bin im falschen Film‚ er hat eine Wahrnehmungsstörung!
Herr K.:
Das Problem ist‚ dass du immer alles so emotional siehst.

Frau und Herr K. haben das Problem unterschiedlich erlebter‚ wahrgenommener Wirklichkeit. Je nach Wahrnehmung des Erlebten‚ ergibt sich eine unterschiedliche Interpretation von ihm.
Das dargestellte Wirklichkeitsmodell ist der Versuch‚ eine Versöhnungsmöglichkeit aufzuzeigen‚ die in zwischenmenschlichen Beziehungen Potential zum friedlichen Umgang miteinander hat. Im Sinne des Mottos: „Wir sind uns zwar nicht einig‚ aber wir kennen die Sichtweise des anderen an.“ Dies ist der konstruktive Eingang zur abgesprochenen bzw. konsensualen Wirklichkeit in einer Paarbeziehung.

Illustration: „Wirklichkeiten-Modell“ nach G. Kühbauer, Ausführung: Dodo Kresse

EINLADUNG ins „Schloss der Liebe“!

 

… für HEUTE ABEND!

zur zweiten Lesung von Gottfried Kühbauer aus LIEBE TROTZ PARTNERSCHAFT, diesmal in LINZ

Wo: Seminarhaus Auf der Gugl, Auf der Gugl 3, 4021 Linz

Wann: 27.10.2017 um 19 Uhr.

Der Wiener Therapeut Gottfried Kühbauer leistet sich hier nach 20 Jahren praktischer Paarberatung den Luxus der klaren Worte mit philosophischer Tiefe. Er unternimmt mit diesem Buch einen Versuch, dem „Normalen“ und „Genügenden“ wieder zum Durchbruch zu verhelfen. Er unterscheidet bewusstes Sein vom Schein, um herauszufinden, was trägt und bleibt. Dieses Buch soll helfen, den Weg aus der Erinnerung an das „Nest der Verliebtheit“, in das „Schloss“ der bewussten Liebesbeziehung zu finden.
Mehr Infos unter www.kuehbauer.at

LESUNG: Freitag, 27. Oktober 2017 in Linz

Der Countdown läuft – > nur mehr 4 Tage bis zur zweiten Lesung aus LIEBE TROTZ PARTNERSCHAFT, diesmal in LINZ

Wo: Seminarhaus Auf der Gugl, Auf der Gugl 3, 4021 Linz

Wann: 27.10.2017 um 19 Uhr.

(Am darauffolgenden Samstag wird es dort auch einen Aufstellungstag im Kontext Paarbeziehung geben.)

Anmeldungen unter: http://www.forum-systemaufstellungen.at

Diese Veranstaltung wid vom ÖBVP als Fortbildung für Psychotherapeuten anerkannt.

 

Die fürsorgliche Belagerung

Manchmal ist es nicht einfach, harmonisch mit den Eltern des Partners zu leben. Und allzu oft liegt der Grund in einer übertriebenen Bemutterung. Gottfried Kühbauer schildert mögliche Auswirkungen des Gluckentums in seinem Buch LIEBE TROTZ PARTNERSCHAFT sehr trefflich. Es folgt ein Auszug aus dem Buch mit dem Titel:

Die fürsorgliche Belagerung:

Mailnachricht: „Hallo , ich heiße ……………… Ich bin 23 Jahre alt und habe mit meinem Verlobten 2 Kinder. Meine Mutter unterstützt mich total bei den Kindern. Wir sind wieder schwanger und sind uns mit dem Kind gar nicht sicher. Meine Familie hasst den Vater der Kinder. Ich kann mich nicht zwischen den Zweien entscheiden. Meine Mutter sagt: Der Tag, an dem du ihn heiratest, das ist der Tag, an dem ich sterbe! (…)“

Der Psychotherapeut Klaus Mücke bemerkt zu diesem Thema: „Die Einmischung der Eltern ist oft ein Baustein für Krisen in der Paarbeziehung. Diese tritt ein, wenn die Grenzen zwischen den Generationen nicht klar gezogen sind.“[ii] Er führt weiter aus: „Von Ablösung lässt sich meines Erachtens nicht sprechen, wenn das erwachsene Kind

  1. genau das macht, was seine Eltern von ihm verlangen,
  2. das bloße Gegenteil von dem tut, was die Eltern wollen,
  3. versucht, seine Eltern zu verändern und
  4. den Kontakt zu den Eltern abbricht.“[iii]

Das meist junge Paar sollte – um sein „Gewicht“ im Verhältnis zu den Herkunftsfamilien zu erhöhen, Grenzen ausbilden, sich jedoch nicht abschotten, sondern diese Grenzen durchlässig und sichtbar gestalten. Wird das verabsäumt oder nicht durchgehalten, wird das „schwächere“, junge Paar-(System) vom gewichtigeren Herkunfts-/Elternsystem absorbiert. Ein eigener gemeinsamer Wohnsitz mit nicht geteilter Schlüsselgewalt oder eigene Kinder erhöhen die Autonomie des jungen Paares gegenüber den Herkunftsfamilien enorm, sind aber kein Garant gegen grenzüberschreitende Bemutter- oder Bevaterungen. Sind die Unabhängigkeitsbestrebungen z.B. durch Abhängigkeiten, nicht von Erfolg gezeichnet, verhindert dies die Ablösung von den Herkunftsfamilien. Dann fährt das Paar weiterhin die nächsten Jahre mit Kind und Kegel jeden Sonntagmittag zur Mutter des Mannes, weil erstens die Wiener Schnitzel dort am besten schmecken, zweitens die Mutter regelmäßig ihren Sohn haben will und drittens sie schwer gekränkt wäre, wenn ihr Götter-Sohn und sein Anhang nicht mehr ihr Service in Anspruch nehmen würden. So ein Paar kann nur schwer seine eigene Identität entwickeln, die sich auch durch Autonomie in der Alltagsgestaltung ausdrückt.

Ein territoriales Naheverhältnis wie z.B. ein naher Wohnort zu einer der Herkunftsfamilien, läuft dieser Bestrebung zuwider. Oft sind jedoch junge Familien auf die Ressource „Herkunftsfamilie“ bei der Kinderbetreuung und auch finanziell angewiesen. Hier gilt es, gemeinsam den schwierigen Weg zwischen Autonomie und Bindung als Paar zu beschreiten. Bert Hellinger sagt zur Einmischung der Eltern:

„Frage: ‚Was soll ich tun? Meine Eltern mischen sich noch immer in alles ein.‘

Antwort: ‚Deine Eltern dürfen sich einmischen, und du darfst tun, was du für richtig hältst.‘“[iv]

Jürg Willi, der Schweizer Psychiater, bemerkt zu diesem Thema: „Doch der Aufbruch aus den Herkunftsfamilien ist oft nicht einfach. Die familiären Regeln sind einem vertraut, man kennt sich darin aus und neigt besonders in der Verunsicherung eines Konflikts in der Beziehung, auf sie zurück zu greifen. Weiters erweist sich die Bindung an Mutter und Vater oft als beständiger als vermutet. Die Enttäuschung in der Liebe besteht oft in der Erkenntnis, dass die Partner einander nicht ganz für sich haben, sondern dass der Mann mehr oder weniger auch der Sohn seiner Eltern und die Frau Tochter der ihrigen bleibt. Es kann zu schwierigen Loyalitätskonflikten kommen, wohin man mehr gehört, zum Partner oder zur Herkunftsfamilie.“[v]

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[i] Der Titel „Die fürsorgliche Belagerung“ ist ein Begriff von Fritz Simon

[ii] Mücke Klaus: Probleme sind Lösungen. Systemische Beratung und Psychotherapie – ein pragmatischer Ansatz – Lehr und Lernbuch (Mücke Klaus Öko Systeme Verlag, Potsdam, 2001) S. 371

[v] Jürg Willi: Was hält Paare zusammen? Der Prozess des Zusammenlebens in psycho-ökologischer Sicht (Rowohlt Taschenbuch Verlag, , 2008 ) S.280

Fotocredit: Bigstock/JacobLund